Bohren, Zusammenfügen und Einbinden der Böden

Blick in ein Fass
Blick in ein Fass

"Barrique" ist eines der Wörter, die im Französischen "Fass" heißen, wird aber zumeist zur Bezeichnung von Fässern bestimmten Volumens genutzt (225 - 228 Liter).

Fasskörper und -Böden werden getoastet, wobei der Röstgrad entsprechend Kundenwunsch variiert.

 

Bohren der Löcher, die die Böden zusammenhaltenden Dübel aufnehmen
Bohren der Löcher, die die Böden zusammenhaltenden Dübel aufnehmen

Ein Boden besteht meist aus sechs bis neun Stücken. Die Stücke sind jeweils nach Seite und Position ausgesucht, haben also einen festen Platz und eine feste Richtung. Zusammengehalten werden die Stücke durch Dübel. Diese aufzunehmen bedarf es geeigneter Bohrungen, die ich mit einer Horizontalbohrmaschine in die Stücke für ca. 50 Fässer eingebracht habe.

Anschließend waren die Stücke zu schilfen.

Hierzu werden die Stücke so platziert, dass sich jeweils eine Seite der Stücke mit Teig bestreichen lässt.

Aufbringen des Teiges auf die Bodenstücke
Aufbringen des Teiges auf die Bodenstücke

Der Teig ("Mehlbab") wird aus Mehl und Wasser angerührt und hat hier nur die Aufgabe, den Schilf am Holz zu fixieren (im Gegensatz zum Leinsamenteig, der bei größeren Fässern in der Gargel verwandt wird und dort auch die Dichtigkeit gewährleistet).

Dicht werden die Barrique-Böden daher ausschließlich durch den Schilf zwischen den Stücken. Beim Schilfen ist darauf zu achten, dass die Schilfstücke ausreichend Auflage um die Bohrlöcher herum sowie an den Enden der Stücke haben. Die Nahtstelle zwischen zwei Schilfstücken muss schlüssig sein.

Bodenstücke: Geschilft und mit Dübeln versehen
Bodenstücke: Geschilft und mit Dübeln versehen

Nach dem Schilfen werden die Dübel (hier wurden solche aus Akazienholz verwendet) in die Stücke geschlagen, die feste Hammerschläge zu Böden vereinigen.

Die Böden werden danach über Eichenholzfeuer geröstet und mit der Bandsäge ausgeschnitten.

Auf das Ausschneiden folgt das sogenannte Mitteln der Böden. In diesem Arbeitsschritt wird entschieden, welche Seite des Bodens sich oben und welche sich unten im Fass befinden wird. Dabei wird für oben die weniger gute Seite ausgewählt, weil dort die Belastung des Holzes im Fass geringer ist. Das Mittelstück des Bodens erhält oben mittig eine Markierung. Diese zeigt an, an welcher Stelle der Boden an der Mitte der Spunddaube auszurichten ist.

Lösen des Bauchreifens
Lösen des Bauchreifens

Zum Einbinden wird im ersten Schritt lebensmittelechtes Silikon in die Gargel eingebracht, anschließend werden Kopf- und Zweierreifen abgenommen sowie der Bauchreifen gelöst. In diesem Zustande wird dann die Gargel geschilft.

Nach dem Schilfen wird der Boden in das Fass gestellt (die Markierung, die beim Mitteln aufgebracht wurde, wird dabei gen Mitte der Spunddaube orientiert), dann in diesem angehoben und bei der Spunddaube entweder in die Gargel gezogen oder aber leicht über der Gargel gegen das Fass gezogen.

Einbinden des Bodens
Einbinden des Bodens

Mit einem Zugeisen wird sodann der Boden gegenüber der Spunddaube hinaufgezogen, bis er auch dort in der Gargel seinen Platz gefunden hat. Schließlich werden die Reifen wieder festgezogen und die Dauben beigetrieben.